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Traumhafte Strände und landschaftliche Kontraste

Abwechslungsreiche Türkei

In der Türkei gelingt der Spagat zwischen zwei Welten: Metropolen und Urlaubsorte sind westlich und modern. Auf dem Land dagegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - hier finden sich nahezu unbewohnte Gegenden und Menschen, die leben wie vor hundert Jahren.

Nur drei Prozent des Landes gehören geographisch zum europäischen Kontinent - hier liegt die moderne Metropole Istanbul mit ihren zwölf Millionen Einwohnern und prunkvollen Sehenswürdigkeiten. Im asiatischen Teil finden sich die 8.000 Kilometer Küste, die die Türkei zu einem so beliebten Urlaubsziel gemacht haben. Aber hier gibt es nicht nur schöne Strände und romantische Buchten zu entdecken. Im Landesinneren bieten sich abenteuerliche und seltene Eindrücke: antike Stätten und Sehenswürdigkeiten, gewaltige Salzseen, imposante Hochgebirgsmassive und reißende Gebirgsflüsse.

Strand oder Skigebiet: Urlaub nach Maß

Die Türkei hat jedem Reisenden etwas zu bieten: dem Strandurlauber beispielsweise 1500 Kilometer Ägäis- und Mittelmeerküste mit - immer noch - vielen einsamen Buchten und dem saubersten Wasser Südeuropas. Der Naturfreund findet eine artenreiche Flora und Fauna vor. Allein der Nationalpark "Kus Cenneti", zu deutsch Vogelpark, am Marmara-Meer dient 240 verschiedenen Vogelarten als Rastplatz auf ihrem Weg ins Winterquartier. In Naturparks haben seltene Tiere wie der anatolische Gepard oder das Wildpferd überlebt, an einigen Mittelmeerstränden brüten die letzten Exemplare der Meeresschildkröte Caretta caretta. Für Wanderer gibt es Mittel- und Hochgebirge bis zu 5000 Metern Höhe, für Wintersportler eine wachsende Zahl erschlossener Skigebiete und Taucher finden vor der Mittelmeerküste schillernde Reviere. Dazu kommen Trendsportarten wie Rafting, Paragliding oder Canyoning, Klettern in wilden Bachläufen und Schluchten. Stichwort Luxus: Der Urlauber mit gehobenen Ansprüchen kann sich in üppige 5-Sterne-Anlagen zurückziehen. Selbst beim Golf ist die türkische Riviera mittlerweile dabei etablierten Adressen wie der portugiesischen Algarve den Rang abzulaufen.

Cappuccino statt türkischem Mokka

Kopftücher sind out: In den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir wird mancher Besucher von dem Bild, das sich bietet, überrascht sein. Shopping-Malls nach amerikanischem Vorbild, mit Handys bewaffnete Teenager, westliche Automarken und Internetcafés prägen das Bild viel stärker als Moscheen, osmanische Paläste oder traditionelle Märkte. Vor allem Istanbul, die heimliche Hauptstadt der Türkei, ist einen Besuch wert. Shopping, Sightseeing und ein tolles Nachtleben machen den Reiz der Stadt aus. Die Schattenseiten der schönen neuen Welt finden sich in den Armensiedlungen am Stadtrand. Durch Landflucht und Vertreibungen aufgrund des Bürgerkriegs zwischen der Kurdischen Arbeiterpartei und der türkischen Armee stranden hier ständig neue Einwohner.

Landschaftliche Kontraste

Kaum ein anderes europäisches Urlaubsland bietet seinen Besuchern eine solche Fülle von Kontrasten. Nicht nur gesellschaftlich und historisch sondern auch landschaftlich. Die Türkei liegt zwischen Orient und Okzident - der Bosporus bildet die Grenze. Von drei Seiten ist das Land von Meer umgeben, im Norden vom Schwarzen Meer, im Süden vom Mittelmeer und im Westen von Ägäis und Marmara-Meer. In den anatolischen Hochlagen finden sich kalte Seen, schneebedeckte Bergmassive und fruchtbare Täler, an der östlichen Grenze die vulkanischen Alpen Kurdistans. Im Norden liegen die waldreichen Berghänge des pontischen Taurus am Schwarzen Meer, dazwischen die gewaltige anatolische Steppe und die Mondlandschaft Kappadokiens, im Süden die Strände der südlichen Mittelmeerküste.

Wie vor hundert Jahren

Der Rundreisende findet in der Weite des anatolischen Hochlandes und in der abgeschiedenen Bergwelt des Ostens Dörfer, in die sich nur selten ein Fremder verirrt. Abseits der Touristenzentren kann man eintauchen in eine Welt, die geprägt ist vom einfachen, entbehrungsreichen Leben, strenger Tradition und tiefer Religiosität. Hier, wo die Asphaltwege plötzlich enden und Esel zweirädrige Karren durch den Dreck ziehen, ist die moderne Türkei noch nicht angekommen. In einigen Hochebenen trifft man noch auf Nomaden und ihre Viehherden - letzte Zeugen der Herkunft der Türken. Sie kamen ab dem 10. Jh. aus den Steppen Zentralasiens und stießen zum Schwarzen Meer vor. Die Kurden, die im Südosten die Mehrheit stellen, waren allerdings schon vorher dort. Auch wenn das in Ankara offiziell immer noch abgestritten wird.

Ein riesiges Freilichtmuseum

Den Geschichtsinteressierten öffnet sich in der Türkei das größte Freilichtmuseum der Welt. Nicht mal in Griechenland selbst können mehr Zeugnisse der griechischen Antike bewundert werden. Troja, Pergamon, Aspendos oder die antike Stadt Ephesus lauten die klingendsten Namen - ein Erbe der griechischen Besiedlung der Westküste Kleinasiens ab 1200 v. Chr. Doch das ist nur ein Ausschnitt des historischen Reichtums: Hinzu kommen die Kirchen, Paläste und Burgen der byzantinischen Kaiser (4. - 15. Jahrhundert) und die prachtvollen Hinterlassenschaften aus islamisch-osmanischer Zeit (16. - 19. Jahrhundert), etwa die großartigen Moscheen des Hofarchitekten Sinan in Istanbul und Edirne.

Die Ursprünge des Christentums

Außer Israel gibt es kein Land, das so viele Reiseziele für christliche Pilger und theologisch Interessierte bietet wie die Türkei. In Antakya an der syrischen Grenze sollen sich einst die Anhänger Jesu den Namen "Christen" gegeben haben. Maria und der Apostel Johannes sollen in Ephesus gestorben sein - daran erinnern zwei byzantinische Kirchen. In den Tuffsteinhöhlen Kappadokiens hielten sich die frühen Christengemeinden vor der Verfolgung durch die Römer versteckt. Geschichte, Kultur, Religion oder Metropolen, Strände und Shopping - es gibt hier viel zu erleben - am besten aber, nimmt der Urlauber in seinen Erinnerungen von allem ein kleines Stück mit nach Hause.
 

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