
Gomera, die grüne Vulkaninsel, wird gerne auch als die "Perle der Kanaren"
bezeichnet. Ihr Schmuck sind eine äusserst vielfältige Landschaft,
unberührte kleine Dörfer und einzigartiger Pflanzenreichtum.
Die Küste wird von steil abfallenden, bizarren Felsformationen gebildet,
zwischen denen sich idyllische Badebuchten verstecken. Im Inselinnern prägt
ein geheimnisvoll anmutender Regenwald die Landschaft. In Schluchten und auf
Bergrücken erinnern uralte Baumriesen und unbekannte Kräuter an einen
verwunschenen Märchenwald - ein Paradies für Wander- und Naturfreunde, die
zwischen den dichten, immergrünen Lorbeerbäumen seltene Pflanzen und Vögel
entdecken können. Der Nationalpark Garajonay wurde sogar von der UNESCO als
Weltnaturerbe unter besonderen Schutz gestellt.
Eine weitere Besonderheit der zweitkleinsten Kanareninsel sind die
unzähligen Palmen: Auf Gomera wachsen mehr davon als auf allen anderen
Kanaren zusammen. Deshalb sollte man hier nicht versäumen, den süssen
gomerischen Honig zu probieren, der aus dem Saft dieser Palmen gewonnen
wird.
Am besten erkunden Besucher die faszinierende, ungebändigte Landschaft zu
Fuss auf den jahrhundertealten, aber sorgfältig wiederhergestellten Pfaden,
die die gesamte Insel umspannen. Das beliebtestes Urlaubsgebiet auf der
Insel ist nach wie vor das Valle Gran Rey, das 'Tal des grossen Königs', an
der Westküste, das klimatisch besonders begünstigt und durch die vielen
Quellen immer wunderschön grün ist.
Essen & Trinken
Die traditionelle kanarische Küche ist einfach und deftig. Satt werden
steht an erster Stelle. Kraft spendende Zutaten wie Maismehl, Kichererbsen
und Kartoffeln sind in fast jedem Gericht zu finden.
Heute pflegt man die traditionellen Rezepte und verfeinert sie gekonnt
mit hispanischen oder mediterranen Einflüssen. In den Küstenregionen ist
frischer Fisch selbstverständlicher Bestandteil, ob gebraten, gesotten oder
im Eintopf. Weiter im Inselinnern werden Fleischgerichte wie Kaninchen oder
Zicklein serviert, kräftig gewürzt oder mariniert. Oder mehrere
Fleischsorten werden in einem deftigen Eintopf, dem Puchero canario, mit
Gemüse und Kichererbsen gekocht. Dazu wird überall Gofio serviert,
gerösteter und fein gemahlener Weizen oder Mais. Dieses Pulver muss nur noch
mit Wasser, Milch oder Brühe vermischt werden, es wird gesalzen oder gesüsst
gegessen und kleinen Kindern ebenso vorgesetzt wie als kleiner Snack
zwischendurch genossen.
Eine besondere Spezialität sind Papas arrugadas, 'Schrumpelkartoffeln',
die mit Schale in extrem salzhaltigem Wasser gekocht werden, bis das Salz an
der Kruste kristallisiert. Dazu isst man entweder die scharfe Mojo rojo,
'rote Sosse', oder die mildere Mojo verde, 'grüne Sosse'. Käsefreunden sei
der Ziegenkäse empfohlen. Der frische, weiche Käse heisst Queso fresco, je
länger er reift, desto fester und ausgeprägter wird er. Der Queso curado hat
ein halbes Jahr geruht und ähnelt in der Konsistenz dem Parmesan.
Aktivitäten
Sport bedeutet auf Gomera vor allem Wandern und Mountainbiking, denn die
Insel gilt wegen ihrer abwechslungsreichen, grünen Landschaft als das
Wanderparadies schlechthin.
Lohnende Ziele sind u. a. der Nationalpark La Garajonay, der Tafelberg
Fortaleza de Chipude und die Täler von Vallehermoso, Hermigua und Valle Gran
Rey. Das Wegenetz ist recht gut, denn oft bewegt man sich auf
jahrhundertealten Pfaden, die in den letzten Jahren sorgfältig restauriert
wurden. Unerlässlich sind bei Wandertouren feste Schuhe und ausreichende
Trinkvorräte.
Freizeit-Radfahrern kann auf Gomera angesichts der vielen Höhenmeter
schnell der Atem ausgehen, Sport- und Mountainbiker jedoch fühlen sich auf
den kurvenreichen Strassen in toller Landschaft meist ausgesprochen wohl.
Eine gute Kondition ist auf jeden Fall Voraussetzung für ungetrübten
Bikespass.
Wer die Gewässer rund um die Küste unter Wasser erkunden möchte, findet
in San Sebastián, Valle Gran Rey und Playa de Santiago verschiedene
Tauchanbieter und -schulen. Zahlreiche Badebuchten und Lagunen wie die Playa
del Inglés oder der Charco del Conde bieten Spass am Strand und im kühlen
Nass.
Ausgehen
Vor allem im Valle Gran Rey an der Westküste und in Playa Santiago im
Süden finden Nachtschwärmer zahlreiche Kneipen und Bars sowie einige
Discotheken. Im Valle Gran Rey trifft man sich beispielsweise in La Playa
oder Vueltas mit der Musik-Bar Cacatuá oder der Disco Quasimodo.
In der Hauptstadt San Sebastian tanzen Urlauber und Einheimische am
Wochenende am liebsten im Pub Taberna oder in der Disco Fin-Fan, wo ab
Mitternacht am meisten los ist. Für ältere Jahrgänge hält das Café de la
Villa gepflegte Cocktails und Musik von Louis Armstrong bis Cole Porter
bereit.
Kulinarisch ist das Angebot weitaus grösser und vielfältiger: Überall in
den Urlaubsorten und natürlich in den ursprünglichen Dörfern im Inselinnern
findet man zahlreiche Lokale und Tapas-Bars, die typisch kanarische Küche
servieren, zu günstigem Preisen und in guter Qualität. Faustregel: Wo viele
Einheimische zusammen kommen, kann das Essen nicht schlecht sein! Gehobenere
spanische Küche findet man vermehrt im Valle Gran Rey und in der Hauptstadt
San Sebastián, gute Fischrestaurants vor allem in den Küstenorten.
Land & Leute
Gomera ist vor allem ein Ziel für Naturliebhaber, die abwechslungsreiche
Landschaft mit bezaubernden Buchten und immergrünen Regenwäldern lockt zu
immer neuen Spaziergängen und Touren.
In den Städten und Dörfern beherrscht die traditionelle Architektur das
Strassenbild, bedeutende Sakralkunst findet man beispielsweise in der
Iglesia de Nuestra Señora de la Asuncion in der Hauptstadt San Sebastian.
Die grösste und schönste Kirche der Insel beeindruckt mit einer wertvollen
Holzdecke im Mudéjar-Stil und reichen Altarschnitzereien.
Ländlicher Alltag herrscht nach wie vor in den kleinen Bergdörfern im
Landesinnern. Zu den schönsten und lebendigsten Kulturgütern der Insel
gehören die vielen Feste und Bräuche: Im Sommer begeht jede Stadt und jedes
Dorf mit ausgiebigen Feierlichkeiten, viel Musik und gutem Essen den Tag des
Schutzheiligen. Beinahe jede Woche findet in einem anderen Ort ein solches
Patronatsfest statt, das in der Regel mit einem sehenswerten Feuerwerk
beendet wird.
Bis vor wenigen Jahrzehnten pflegten die Gomeros die altkanarische
Pfeifsprache Silbo: Die abwechslungsreichen Melodien konnten in den
Schluchten und Tälern des Inselinnern grosse Entfernungen überwinden, ohne
dass Informationen verloren gingen. Noch heute kann man bei einer Wanderung
gelegentlich die Pfeiftöne hören, die von Dorf zu Dorf weitergegeben werden.
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