aus der UmfrageLesen im Durchschnitt
Mehr als jeder fünfte Befragte (23 Prozent) liest nach der vom ZDF in
Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels beauftragten
Studie täglich/fast täglich in einem Buch, weitere 19 Prozent lesen
einmal/mehrmals in der Woche in einem Buch, 12 Prozent einmal/mehrmals im
Monat und 18 Prozent seltener als einmal im Monat. Aber auch 28 Prozent der
Befragten geben an, nie in einem Buch zu lesen.
"Wer verstehen will, muss lesen können"
"Das Ergebnis der Umfrage macht Mut, ebenso wie die große Beteiligung an
der ZDF-Sommeraktion 'Unsere Besten - Das große Lesen'", sagte ZDF-Intendant
Markus Schächter bei der Vorstellung der Umfrage in Mainz. "Lesen wird in
Deutschland wieder populärer. Mit seinem Engagement für gute Bücher - sei es
in der regelmäßigen Sendung 'Lesen!' mit Elke Heidenreich oder mit der
Aktion 'Das Große Lesen' - hat das ZDF eindrucksvoll belegt, dass Lesen und
Fernsehen einander nicht ausschließen. Ich freue mich, dass es uns gelungen
ist, Lesen zu einem Thema dieses Sommers zu machen", erläuterte der
ZDF-Intendant.
"Wer verstehen will, muss lesen können, denn Lesen ist als wichtige
Kulturtechnik Grundlage für jede sinnvolle Mediennutzung. Die enge
Zusammenarbeit zwischen dem ZDF, den Printmedien und dem stationären
Buchhandel hat in den letzten Monaten große Aufmerksamkeit geschaffen für
Bücher, Autoren und das Lesen generell. Es war eine der größten
Leseförderungsaktionen unseres Landes", sagte Dieter Schormann, Vorsteher
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Durchschnittlich lesen die
Deutschen 2,5 Bücher im Monat. Mit 3,7 Büchern monatlich lesen die "Best
Agers" (40 bis 49 Jahre) die meisten Bücher. Aber auch die Jüngeren lesen
überdurchschnittlich viel (14 bis 29 Jahre: 2,7 Bücher pro Monat; 20 bis 29
Jahre: 2,7).
Lesen ist Geschmackssache
Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Lesevorlieben: Männer
bevorzugen deutlich häufiger als Frauen Sachbücher, Fachliteratur, Bücher zu
Hobby und Freizeit sowie Science Fiction und Comics. Frauen hingegen lesen
lieber als Männer heitere Romane, Kochbücher, Märchen/Sagen, Frauenliteratur
sowie Kinder- und Jugendbücher. Die Auswahl ihrer Bücher machen 72 Prozent
der Befragten von Empfehlungen durch Freunde abhängig. Ebenso viele (71
Prozent) finden ihre Bücher beim Stöbern im Geschäft. Rund jeder Dritte (31
Prozent) gibt an, durch Empfehlungen in Literatursendungen im Fernsehen zum
Lesen eines bestimmten Buches angeregt zu werden.
Bücher werden gut behandelt: 95 Prozent bewahren gelesene Bücher auf, 60
Prozent verleihen sie, 27 Prozent verschenken sie auch mal, und nur wenige
verkaufen sie (fünf Prozent) oder werfen sie weg (drei Prozent). 85 Prozent
merken sich mit einem Lesezeichen die Seite, auf der sie gerade sind, und
nur 13 Prozent machen ein Eselsohr. Die meisten bewahren ihre Bücher im
Wohnzimmer auf (64 Prozent). Für 13 Prozent der jüngsten Befragten (14 bis
29 Jahre) ist "unter dem Bett" ein wichtiger Aufbewahrungsort für Bücher.
Buch als Seelentröster
Wie groß die Bedeutung des Bücherlesens ist, zeigt auch, dass für gut
jeden Zweiten (53 Prozent) ein Leben ohne Bücher nicht vorstellbar ist, und
78 Prozent der Befragten geben an, dass sie bei einem richtig fesselnden
Buch nicht aufhören können zu lesen.
Bücher lesen kann auch eine tief emotionale Bedeutung haben: Gut jeder
Vierte (28 Prozent) liest zum Trost, wenn er traurig ist, und für rund jeden
Dritten (33 Prozent) gibt es Bücher, die das eigene Leben beeinflusst oder
gar verändert haben. Das sagen besonders häufig die 20- bis 29-Jährigen (41
Prozent). Temperamentvoll ist der Umgang mit Büchern bei den Jüngeren: 21
Prozent der 14-bis 19-Jährigen und 19 Prozent der 20- bis 29-Jährigen geben
an, sich manchmal so zu ärgern, dass sie am liebsten ein Buch an die Wand
werfen wollen.
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